Nachdem man zwei Stunden von einem Fettnäpfchen ins andere gestolpert ist, zwischen Händchenhalten und verlegenem Kichern Schwachsinn gelabert und im Hinterkopf permanent überlegt hat, ob der Kerl nun ein Verrückter ist oder nicht doch tatsächlich einer, der einem so richtig den Kopf verdrehen könnte
einer von den Netten
und irgendwann nur noch darauf wartet, dass er die Klappe hält, weil er einen an Redseligkeit glatt übertrifft, kommt spät aber doch der Moment des Abschieds, der entweder noch linkischer ausfallen kann als der ganze Rest des Abends, oder aber das Ganze doch irgendwie lohnenswert macht.
Und während ich noch so dastehe und hoffe, dass er mir nicht nach bester Mittelschülermanier, welche die bisherige Annäherung geprägt hat, die Zunge - bäh - in den Schlund steckt, zieht er mich an sich und drückt mir einen Kuss auf beide Wangen.
Wobei die Langsamkeit der Ausführung die Artigkeit der Geste Lügen straft.
Nicht übel. Respekt.
Anruf vom Vermieter. Ich soll doch bitteschön die Fenster kippen. Weil, "sie haben noch nie gesehen, dass ich sie gekippt hätte."
Alles in Ordnung.
Miss Pringle führte in den letzten 24 Stunden ihre neuen Schuhe aus. Und kam zum Schluss, entweder man liebt sie oder man hasst sie. Auffallen tun sie auf jeden Fall. Bester Kommentar bis jetzt ist der vom Kollegen Mister M, der sie minutenlang musterte und dann meinte:
"Du bist immer so scharf angezogen, dass ich dich am liebsten sofort flachlegen würde. Wir kämen den ganzen Tag nicht zum Arbeiten, würden uns im Meetingraum einschließen und rammeln, was das Zeug hält.
Du kannst von Glück reden, dass du kein Kerl bist."
Niemand weiß so genau, was der besoffene Herr Pitt seiner Exfrau nun ins Handy gesäuselt hat, was es mit dem "heimlichen" Treffen mit ihr auf sich hat, ob es stimmt, dass er eine "noch unbekannte Frau" geschwängert hat und warum die Gerüchteküche genau zum Zeitpunkt der Vorstellung von "Inglorious Basterds" in Cannes derart brodelt.
Es ist nur eine ungemein tröstliche Vorstellung für alle Frauen, dass auch eine Angelina Jolie sich nach den zahllosen Seitensprüngen ihres unersättlichen Exmannes nun auch noch mit den Eskapaden des Saubermannes an ihrer Seite herumschlagen muss.
Alphatiere my ass.
Weil ich seit dem Drachenläufer, bei dem mir der Film das Buch vermiest hat, ja keine Kinofilme mehr angucke, von denen ich die Handlung schon kenne, war ich heute "Angeli & Demoni" gucken (es wird davon abgeraten, den Film in der italienischen Fassung zu schauen, der gekünstelte deutsche Akzent einiger Vatikansfritzen und Schweizer Gardisten ist einfach zu bescheuert - vor allem, wenn sie dann deutsch sprechen und dabei einen italienischen Akzent haben). "Illuminati" habe ich nicht gelesen, weil mir "Sakrileg" schon zu banal war. Von zweiterem hab ich mir den Film reingezogen und bin fast eingeschlafen. Dies war heute glücklicherweise nicht der Fall, wenngleich ich mir gut vorstellen kann, dass das ganze Rätselraten im Buch etwas spannender und mysteriöser rüberkommt. Der Zuschauer wird dafür mit Action, grausligen Nahaufnahmen von Leichen und diversen verlorengegangenen Körperteilen sowie erstaunlichen (Studio-)Bildern des Vatikans entschädigt. Nicht zu vergessen der auch als Pater äußerst scharfe Ewan McGregor und ein wie immer grandioser Armin Müller-Stahl. Und die Schweizer Wissenschaftlerin sieht haargenau aus wie Frau Caliente, ich dachte, mich trifft der Schlag! :)
Alles in allem nettes Popcorn-Kino, das der katholischen Kirche gegenüber eher einen versöhnlichen Ton anschlägt, kurzweilig und unterhaltsam. Und wahrscheinlich genau so schnell vergessen wie der Da Vinci Code. Aber das macht ja nix. Dachte mir ja, der Film würde mich nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen wie "Wolverine". Hach. Ich tröste mich mit der nahenden Rettung: Terminator 4.