Montag, 1. März 2010

don't project don't connect protect don't expect suggest

Man kann noch so sehr versuchen, ohne Erwartungen in eine Beziehung zu gehen - es kann einem sogar gelingen -, und doch kommt irgendwann der Moment, in dem sich die eigenen Ansprüche bemerkbar machen, Ansprüche, die vielleicht vorher gar nicht da waren und erst vom Partner geweckt wurden, aber im Weg und schwer wieder herunterzuschrauben sind.

Nun ist es so, dass mir noch von jedem meiner früheren Partner gesagt wurde, dass meine Ansprüche zu hoch seien, sie es mir nie recht machen konnten und ich einfach zu viel verlangen würde. Hinzu käme noch meine extrem verunsichernde Wortgewandtheit, die Diskussionen oder Streitgespräche von vornherein unmöglich machte, da sie nie wüssten, wie sie kontern sollten. Dass die Argumente, die dahinter standen, auch nicht ohne waren, wurde geflissentlich ignoriert.

Und nach einigen Beziehungen, in denen ich äußerst tolerant meine Erwartungen in den Hintergrund gestellt hatte zugunsten absoluter Freiheit meiner Partner (mit dem Resultat, dass sie sich rücksichtslos in eine Richtung entwickelten, die nicht wenig Schuld am Scheitern der jeweiligen Beziehung hatte: zum Alkoholiker, zum Kiffer, zum Schürzenjäger), habe ich nun beschlossen, die Grenzen meiner Toleranz etwas enger zu ziehen.

Es ist nämlich so: die wenigsten Menschen können etwas mit absoluter Freiheit anfangen. Absolute Freiheit im Denken und Handeln erfordert ein Verantwortungsbewusstsein sich selbst gegenüber, das nicht jedem gegeben ist. Und Verantwortung sich selbst gegenüber ist der erste Schritt zu verantwortungsvollem Handeln in einer Beziehung. Ich weiß, ein Unwort in der heutigen Zeit. Verantwortung. Pfui.

Wie schon Michael Endes Held Atréju richtig erkannte: die Aufforderung "Tu was du willst" ist nicht immer der Segen, für den man sie anfänglich hält.

Ich vertraue auf die Erkenntnisbereitschaft meines Helden. Wenn mich einer versteht, dann er.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Pringleprojekt

2 Tage Zeit fürs Versenden des Lebenslaufs, 1 Woche für ein Exposè und Textproben, dann heißt es Daumen drücken. Und wenn den Leuten meine Texte gefallen, werde ich unter Vertrag genommen (...sagt man das so in diesen Kreisen? Ich hab doch keinen blassen Schimmer). Der Verlag macht einen guten Eindruck, die Programmleiterin ist in Wort und Schrift sehr nett, vor allem gefielen mir die Worte, mit denen sie unterstrich, dass sie auf der Suche nach Autorinnen sei, die länger für sie arbeiten:

"Weißt du, wir sind kein Verlag für eine Nacht."

Jungfrau...

...vor der Hochzeitsnacht oder was?

Pringle zittert wie eine Erstklässlerin vor dem ersten Schultag.

Was soll das?

S.O.U.V.E.R.Ä.N.I.T.Ä.T.

P.O.S.I.T.I.V.D.E.N.K.E.N.

ohmmm...

Mittwoch, 24. Februar 2010

Wer nicht hören will



Der Trend zur boyfriend-Jeans kommt mir ja sehr gelegen. Welch willkommene Ausrede, bequeme Hosen zu tragen, die auch noch total schick sind, ach, ich könnte fünf Paar davon kaufen. Vorerst habe ich mich mit einem Paar begnügt und auch schon Komplimente dafür erhalten. Unter anderem von Miss S.

Miss S hätte auch gerne eine solche Hose, und ich hatte beim Kauf auch an sie gedacht (und an ihren bevorstehenden Geburtstag), wollte aber auf Nummer sicher gehen. Weshalb ich ihr meine Jeans zum Probieren ins Büro brachte. Die Kommentare der Passanten während unserer Vorher-Nachher-Session im Klo:

"Ach S, das ist nicht wirklich dein Stil."
"Gefällt mir nicht, die sind ja viel zu weit."
"Gibt's die nicht in einer kleineren Größe?"

...und zu guter Letzt die treffende Analyse von Mister M:

"Weißt du, wie das aussieht? Als ob du bei deinem Liebhaber übernachtet hättest und dir am Morgen schnell seine Hose übergezogen hättest!"

Mein flehentlicher Blick, der besagte, dass das genau so sein müsste, und dass es manchmal gar nicht so schlimm ist, den Stil etwas zu wechseln, stieß auf blinde Augen, und Miss S schlüpfte verschämt wieder in ihr rosa Hemd, den schwarzen Pulli mit V-Ausschnitt und die tief an der Hüfte anliegenden Boot cuts.

Zum Geburtstag kriegst du eine Blümchenbluse, meine Liebe!

Ha. ha.

Freitag, 19. Februar 2010

Doofstes Statement (bisher) dieses Jahr

"Wenn da die komplette Zeit über reininterpretiert wird, dass das, was ich geschrieben habe, so ein Stellvertreterroman für die Nullerjahre ist, muss auch anerkannt werden, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation."

Und weil Quellenangaben in den Nullerjahren vom Recht auf wildes Copypasten abgelöst wurden, könnt ihr mal schön erraten, wer da mit solch schwachsinnigen Äußerungen um sich wirft.

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