Dienstag, 25. Juli 2006

daube provencale


bonjour bonjour. braungebrannt und um einen schwimmreifen in der bauchgegend leichter melde ich mich aus dem urlaub zurück. es war eine abwechslungsreiche woche, in jeder hinsicht.

wir waren in nizza, antibes, grasse, nimes, arles, aix-en-provence, marseille, le drammont und cannes, haben hotels aller kategorien (vom stundenhotel bis zu 4 sternen) getestet, waren am strand von nizza und cannes, in provinzstädtchen mit süßen kleinen ramschläden, auf dem konzert von depeche mode im amphitheater von nimes, in der großstadt, in einer einsamen bucht, in abgeschiedenen pinienwäldchen, im marinepark - und natürlich stundenlang im auto.

wir haben uns die meiste zeit totgelacht, uns einmal gezofft, uns verfahren (mutti hats nicht so mit kartenlesen), die französische küche getestet (bäh), parfums geschnuppert und waren ziemlich oft auf der flucht vor lyly, dem kontrollfreak. die hatte unsere zeit einfach schon auf die sekunde verplant und ließ uns gar nicht zu atem kommen, wobei sie mich in grund und boden faselte, meine mutter nicht beachtete und mir genau die dinge zeigte, die mich nun so gar nicht interessieren (läden für schminkzeug und accessoires, schwuldendiskos, irgendwelche kirchen am arsch der welt und die autobahn in marseille).
diese freundschaft hat schon arg gelitten. keine ahnung, warum die gute frau sich in ihrer heimat als derart humorloses, egozentrisches biest zeigt.


aber wir nahmen die dinge gelassen, lachten über die pleiten und pannen und gingen unserer wege. die franzosen sind ein sehr freundliches und durchaus humorvolles völkchen, gute autofahrer, ausgezeichnete gastgeber und einfach locker drauf.
gelernte lektionen: humor ist das wichtigste überhaupt, weder ist die französische küche so gut noch sind die französinnen so chic wie ihr ruf, rockkonzerte helfen gegen tinnitus, urlaub mit mutti ist gar nicht so schlimm und schnecken werden nur im norden frankreichs gegessen.

Dienstag, 18. Juli 2006

pasticcio

habe nun meine reisepläne geringfügig geändert. wie ich nämlich heute morgen meiner mutter zuschaute, wie sie im bad vor dem spiegel stand und über alle möglichen wehwehchen jammerte, beschloss ich, sie einfach mitzunehmen auf meinen trip an die cote d'azur. das wirft natürlich lylys programm über den haufen, die alles schon minutiös geplant hat, kommt mir aber entgegen, weil ich eher an einen road trip mit zufälligen zwischenstops gedacht hatte. und mutti ist mehr als urlaubsreif. nachdem ich alle ihre zweifel ausgeräumt hatte ("was mach' ich mit oma?" - oma ist 94, relativ fit und hat noch 9 weitere kinder; "wer kümmert sich um deinen vater und deinen bruder?" - die sind gefirmt und getauft, wie man so schön bei uns sagt, und werden sicher nicht verhungern; "schau mal, wie es hier aussieht!" - die 5 paar socken lassen wir jetzt einfach auf der wäscheleine hängen), steht nun fest: wir starten morgen um 5 uhr früh. unterkunft in nizza für die erste nacht ist geregelt, alles weitere wird sich schon ergeben.

ausschlaggebend für diese kurzschlussentscheidung war das gefühl, dass meine mutter aufgrund ihres (selbst gewollten) märtyrerdaseins echte gesundheitliche probleme hat. ausserdem kann sie nicht wirklich loslassen. jetzt, wo ich sie zu diesem urlaub gezwungen habe, ist sie schon viel beschwingter. hoffe, sie kann mal richtig ausspannen. - was bin ich doch für ein guter mensch.

...naja, so gut auch wieder nicht, habe ihr nämlich nicht gesagt, dass wir auf das depeche mode-konzert gehen. das kriegt sie dann schon mit... :)

Montag, 17. Juli 2006

patatas bravas

dann blogg' ich halt mal vor, bin jetzt ja länger nicht mehr online...

auf anfrage von cali hier eine to-do-list für madriz:

- die stadt zu fuß erkunden (genug wasser mitnehmen, sonst bricht der kreislauf zusammen)
- schuhe kaufen in der c/ fuencarral, malasana
- malasanas bars unsicher machen (alle!), vor allem das harpa, den jazz club (keine ahnung mehr wie der heisst), matteo 6 und die spacige bar an der metro bilbao
- tanzen gehen, ein klassiker ist das bash/ohm/weekend metro callao (wechselt ständig den namen, auch je nach wochentag, mein favourite waren die sonntage im weekend, hab' keinen ausgelassen, unbedingt hingehen - plaza del callao 4), ausserdem das cool (war neu, als ich dort war, dürfte sich aber gehalten haben und ist jetzt glaub' ich eine homo-bastion, aber nettes lokal), das coppelia (plaza mostenses 11), das dekonya (nähe pl. de los moros, sehr versteckt, heikle türsteher, dafür trifft man da die prominenz, almodóvar und so - wer auf fussballer steht, hat gute chancen, becks in einem der versnobteren irish pubs zu treffen), dann gibt es da noch das the room (chueca, schwulen- u. transendisco), das da joint (nomen est omen, frag mich nicht wie man da hinkommt) u.v.m.
- ein fußballspiel im estadio santiago bernabéu ansehen
- dort in der nähe, für die, die auf rock stehen: das moby und die winzige bar refugio
- in der fnac stöbern (metro gran via)
- in chueca chupitos trinken gehen
- das kuscheligste kino ist in der nähe der puerta del sol, namen vergessen, klein aber fein
- rumhängen an der plaza de espana
- tapas essen an der plaza mayor (in der seitenstraße gibt's 2 schmuddelige tapasbars mit den besten bocadillos con calamares die man finden kann)
- sangria trinken (o doch! kann man! allerdings nur in einer bar, cueva irgendwas, metro sol)
- in die bar "oso y madrono" gehen, in der das finale von de la iglesias film "la comunidad" stattfindet
- im mcdonald's in der gran via essen (wenn schon fast food, dann stilvoll)
- sightseeing in toledo
- u-bahn fahren (rauchen verboten, aber eh allen wurscht)
- heisser tip für kleine konzerte aufsteigender gruppen: das la riviera
- spazierengehen in der c/ pintor rosales
- auf dem rastro rumstöbern

so, das wäre dann alles, was mir so spontan einfällt. wie man sieht, war mein erasmus-halbjahr ziemlich nightlife-lastig.

die not-to-do-list:

- sich stundenlang im prado die beine in den bauch stehen, besser man arbeitet sich stück für stück durch (nie sonntags, da ist freier eintritt und man steht schon am eingang stundenlang schlange - oder war es montags?)
- durch den retiro latschen/joggen/wasauchimmer - langweilig
- mit irgendwas am körper ausser den nötigsten klamotten an der puerta sol rumstehen/gehen/wasauchimmer, die klauen einem alles, wirklich, ALLES
- autofahren
- ins kapital gehen (kommerzielle kinderdisco)
- botellones auf der straße (leider sind die zeiten vorbei, das gab's damals noch, verdammt schade)
- not-to-drink: café con leche, larios gin
- paella essen (niemals! nirgendwo! ausser jemand lädt einen zu sich nach hause ein und macht sie selbst)
- in chuecas schwulendiscos gehen

oh, und ganz wichtig!!! nie, nie, nie auf die erasmusparty ins palacio gaviria gehen, das ist ein fleischmarkt für notgeile alte säcke!

paglia e fieno

...da bin ich grade eifrig am koffer packen, und was schneit herein? eine einladung meiner ex-uni zum vorstellungsgespräch am 12. oktober. juhuuuu! die erste hürde wäre also genommen, und was das tollste ist, diesmal habe ich drei monate zeit, mich vorzubereiten. und da wird fast noch eine reise nach spanien nötig sein (caliente ich komme!). wäre doch gelacht, wenn ich den job nicht bekäme... hatte schon befürchtet, die rufen mich an, wenn ich grad am strand liege. aber so kann ich beruhigt weiterpacken... endlich einmal eine angenehme überraschung.

tagliolini ai frutti di mare

endlich urlaub. kann mich diesmal nicht richtig darüber freuen, weil es mir eigentlich widerstrebt, im sommer wegzufahren. hatte auch nichts geplant, weil wir bis vor kurzem nicht wussten, wann wir das juze eigentlich schließen. jetzt habe ich also seit samstag frei. und nach einem verschlafenen wochenende mit meinem liebsten bin ich schon wieder im stress. morgen starte ich meinen kurztrip in die provence. und zwar geht es nach nizza, lyly besuchen (meine erasmusfreundin, die im märz kurz hier war). sie wohnt da 20 m vom strand entfernt mit ihrem lover. da werde ich mal ordentlich ausspannen und einfach nichts tun... dann geht's auch schon nach nimes, zum depeche mode konzert (daumen drücken, dass ich noch eine karte ergattere) und nach marseille (wenn ich es schaffe und nicht vorzeitig zurück muss). dann habe ich noch eine woche frei, und danach gehe ich meinen ersten dolmetschjob an... *zitter*. also, au revoir, meine lieben.

Freitag, 14. Juli 2006

pasta fatta in casa

laut einer studie der new economics foundation, dem happy planet index, ist vanuatu das glücklichste land der welt.
bereits bei den direkt dahinter plazierten ländern wird man stutzig: kolumbien? kuba auf platz 6? hm. licht in die sache bringt, wer den fragebogen selbst ausfüllt. die kriterien sind nämlich andere als von uns geld- und machtorientierten westlern vorschnell angenommen. es geht um lebenserwartung und -zufriedenheit, selbstbewusstsein, optimismus, naturschutz usw. besagter fragebogen hat deshalb großen individuellen nutzen. man kann ihn nämlich genauer analysieren und versuchen, die punkte zu verbessern, bei denen man schlecht abgeschnitten hat. und genau das wird miss pringle jetzt machen. jawohl.

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