papirotazos

Montag, 30. Juni 2008

[mi hai rotto il blues]

Wie lange kann man sich selbst gut zureden? Es ist doch nicht so tragisch. Es gibt Schlimmeres. Es geschieht dir doch nichts Unrechtes. Du bist nur überempfindlich. Stell dich nicht so an. Versteh doch. Mach kein Drama draus.

Nein, es ist nicht verboten, jemanden anzurufen. Auch SMS sind nicht strafbar. Und in wen man sich verknallt, kann man sich bekanntlich nicht aussuchen.

Auch Sticheleien und böse Seitenhiebe kommen vor. Ich habe da ein dickes Fell. Meistens steckt ja auch ein Grund dahinter.

Aber nun ist genug. Es darf nicht sein, dass ich zusammenzucke, wann immer mein Handy klingelt. Das ich übrigens nachts ausschalte in letzter Zeit. Ich habe keine Lust mehr auszugehen. Keine Lust mehr, mit dir zu reden. Ich will mich nur mehr in Sicherheit bringen vor deinen Angriffen, und ich bin nicht gewillt, dafür meine Freiheit aufzugeben. Ich will sagen, was ich denke, tun, was ich will, und schreiben, was mir durch den Kopf geht. Ohne dich in meinem Nacken zu haben. Ich will die Kommentarfunktion wieder für alle Leser aktivieren und meinen Blog nicht zensieren. Ich will ich selbst sein. Ich will mich bei der Arbeit konzentrieren, was mir ohnehin schwerfällt, aber ich habe meinen Stolz, und der verlangt, dass ich meine Pflichten ordentlich erledige. Ich möchte mit Freunden in gemütlicher Runde beisammensitzen. Und ich will dich nicht mehr dabeihaben.

Ich habe mich heute lange im Spiegel angeschaut. Seit zwei Wochen suche ich nach dem Lächeln, das ich davor ständig durch die Gegend trug, so ungewohnt, dass es mir selber auffiel. Jetzt ertappe ich mich dabei, wie ich mit verkniffenem Blick, hängenden Schultern und nach unten gezogenen Mundwinkeln herumschlurfe. Verbittert. Eingeschüchtert. Misstrauisch.

Mein Herz erinnert mich leise daran, dass ich mich nicht unterkriegen lassen darf. Wer sein Innerstes nach Außen kehrt und Menschen vertraut, ist verwundbar. Aber lieber Narben als einen Panzer.

Ich weiß, dass du das liest. Und ich will keine Rechtfertigungen hören, keine Kommentare lesen. Ich möchte auch nicht undankbar erscheinen. Aber ich habe alles versucht. Und ich kann nicht mehr. Ich habe keine Lust, mir meine Gesundheit zu ruinieren lassen von deinen hinterhältigen, verletzenden Spielchen. Ich meine es ernst. Lass gut sein. Ich wünsche dir viel Glück.

Samstag, 28. Juni 2008

Nordic Stalking

Die neue Sportart, fast so trendy wie Running Sushi.

Das Leben könnte wirklich schön, weil unkompliziert, sein. Natürlich das der anderen Leute. Diesmal allerdings bin ich an den Turbulenzen in meinem Alltag nicht ausschließlich selbst schuld. Also gut, einen Felsbrocken ins Rollen gebracht habe ich vielleicht, als ich mich auf eine Wiederaufnahme der Affäre mit dem Ex eingelassen habe. Mea culpa. Überraschend ist dann doch, dass wir uns seit zwei Monaten ganz gut verstehen, was schon doppelt so lange ist wie unsere "Beziehung" damals, vor zehn Jahren. Mister D ist zwar ein komplizierter Mensch, das Verhältnis zu ihm aber überhaupt nicht. Und sollte uns langweilig werden vor lauter Harmonie, sorgen Andere mit bescheuerten Aktionen für etwas Salz in der Suppe.

Man nehme:

Miss M (eine Ex-Affäre seinerseits), hat zwei Kinder und einen Mann. Schickt SMS mit eindeutigen Angeboten und ruft um halb drei Uhr morgens an.

Miss Trailer Trash (seine On/Off-Ex-nicht mehr Ex), deren Name sich noch an seiner Tür und Arsch noch manchmal in seinem Bett befindet. Liefert peinliche Szenen beim Ausgehen in der Innenstadt, läuft mir ziemlich oft rein zufällig über den Weg und lauert uns vor seiner Haustür auf.

Mister T, guter Freund von uns beiden und eifersüchtig bis paranoid. Kann sich giftige Kommentare und böse Seitenhiebe nicht verkneifen, obwohl ihm eigentlich niemand etwas getan hat. Anrufe rund um die Uhr, gerne auch gegen halb fünf Uhr morgens.

Der Firmenspanier. Bescheuerte Ausreden, um mich nach Feierabend in seine Wohnung zu locken, wechseln sich ab mit Gegrapsche und schleimigen Komplimenten. Kündigt demnächst. Habe ihm erzählt, ich sei verlobt.

Immer was los, hier.

Dienstag, 24. Juni 2008

Ach, und Schwesterherz

Somit hab' ich jetzt auch 'nen Ex-nicht mehr Ex-wieder Ex.

(war keine Absicht)

Samstag, 7. Juni 2008

EXzess

"Hallo! Hast du die Nacht überlebt?"
"Guten Morgen. Geht so, bin leicht angeschlagen."
"Ich wollte mich nochmal entschuldigen bei dir, wegen gestern."
"Schon okay. Solange sie nicht meine Zahnbürste benutzt hat."
"Hat sie natürlich nicht! Ach, und ich weiß nicht, ob es dich interessiert, aber ihren Wohnungsschlüssel hat sie auch wieder gefunden."
"Na dann ist ja gut. Wie kann man nur sein ganzes Zeug verlieren?"
"Keine Ahnung. Ich hab jedenfalls alles sicher nach Hause gebracht: mich, meinen Rausch, meine Schlüssel..."
"...und die falsche Ex..."
"Haha, der war gut. Hast du geweint?"
"Nein, wieso?"
"Doch."
"Nein."
"Oooch, komm schon! Ich würde mir gerne einbilden, dass du geweint hast."
"Okay. Dann hab ich mich natürlich in den Schlaf geweint."

Eifersucht auf Exfreundinnen ist kindisch. Was aber, wenn man selbst eine ist? *grübel*

Samstag, 17. Mai 2008

*dazed & confused*

Will you catch me if I fall?
Like a season
Will you catch me if I call?
For no reason at all
And after I'm all out of reasons to run around
Will you catch me coming down?

[ah fuck it]

Dienstag, 29. April 2008

Ich würde dir gern sagen, wie sehr ich dich mag

"Hallo Meister. Bist du morgen frei?"
"Ja. Warum?"
"Kann ich dich buchen?"
"Als Schlampe oder nur zum Reden?"
"Hm. Wer steht zur Verfügung?"
"Das Milchbubi."
"Fick dich doch."

Vielleicht war es doch keine gute Idee, keine Geheimnisse voreinander zu haben.

Montag, 28. April 2008

Schaf im Schafspelz (ich)

I keep the wolf from the door
But he calls me up
Calls me on the phone
Tells me all the ways that he's gonna mess me up

Montag, 7. April 2008

Vogelgezwitscher meets 30 cm Neuschnee

DSCF0725

Was für ein verf*#^ter Sch~!*tag!

Donnerstag, 6. März 2008

Nobody puts Patrick Swayze in a corner!

Du warst meine erste große Liebe. Der erste richtige Mann, in den ich rettungslos verschossen war - und mich nicht einmal dafür schämte. Ich war 9 Jahre alt, du 35. Aber das machte nichts. Selbst meine Mutter, damals 36, schwärmte für dich. Sogar die Männer meiner Familie mussten zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass einem Mann, der so gut aussieht und dazu auch noch tanzen kann, die Frauen zu Füßen liegen.

Ja, ich weiß, mittlerweile hast du auch Filme gemacht, die anspruchsvoller waren als dieser eine erste, der die Kleinmädchenfantasien kleiner Mädchen zwischen 5 und 99 angeregt hat. "Ghost" war vielleicht etwas zu schwülstig, aber du hast alles wieder gut gemacht, wie wir es von dir erwartet haben. Mit "Donnie Darko", "To Wong Foo" und "Point Break". Du hast uns auch nicht enttäuscht, was die Schlagzeilen über dein Privatleben anging. Deine Alkoholsucht hast du überwunden, du hast eine skandalfreie Ehe geführt und dich für wohltätige Zwecke engagiert.

Und jetzt bist du krank. Die Quellen streiten sich darum, wie sehr, aber die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs lässt wenig Raum für Hoffnung. Und ich bin schockiert. Ich weiß, es ist blöd und kindisch und irrational. Und ja, ich war auch traurig, als Heath Ledger gestorben ist. Obwohl man sich dann ja zur Ordnung ruft und sich sagt, dass man den Menschen da nicht einmal gekannt hat, höchstens irgendeine Rolle, die er mal gespielt hat. Und du bist ja auch nicht gestorben. Aber krank.

Johnny ist nicht nur irgendeine Figur. Die Träume, die das kleine Mädchen 1987 auf dich projizierte, wurden nicht begraben, sondern leben immer noch in einer kleinen Ecke ihres romantischen Herzens weiter. Johnny, der coole Typ mit dem weichen Kern. Macho und Romantiker. Schön und vielleicht etwas oberflächlich, aber trotzdem ein guter Mensch. Alle realen Männer wurden an dir gemessen. Ich habe mit meinem vorletzten Freund kichernd Hebefiguren im Wasser geübt, mit meinem letzten Freund geweint, als wir "Dirty Dancing" schauten, und mich in Adrian verliebt, als er mich zu "(I've had)The time of my life" auf die Tanzfläche zog.

Baby: Ich fürchte mich vor dem, was ich gesehen habe. Ich bin erschrocken darüber, was ich getan habe. Wer ich wirklich bin. Aber am meisten hab ich Angst davor dich zu verlieren, Johnny.

Sonntag, 2. März 2008

"Deutsche, erklärt uns den Krieg!"

Stellenangebot aus der "International Herald Tribune" vom 25. Februar 2008:

Group of Italian citizens is desperately seeking fairly/marginally honest politicians to run in the next political elections for the Italian parliament.

The salary is extremely competitive (among the highest in the world) and countless "beyond the imagination" benefits are included.
Judiciary immunity is also guaranteed.

Once elected, the candidate may bring along friends and relatives who will be offered positions as top level state administrators or directors of a national TV network.

Job location is in one of the most exclusive neighbourhoods in the heart of Rome (walking distance from Piazza Navona).

No particular skills are required (in fact, having no skills at all is perfectly OK). No actual work is really necessary, except appearing
on TV talk shows, where politicians are not supposed to answer questions, but are invited to join well known soubrettes and sing-along popular themes.

Candidates should contact: rescue.italy@gmail.com

Was ist das eigentlich für ein Land, in dem der Hofnarr die Interessen des Volkes besser vertritt als der König?

Enough! Clean up Parliament

Mir ist schlecht. Das kommt davon, wenn man beschließt, über den engen Horizont unserer Insel der Seligen hinauszuschauen und sich über die gesamtitalienische Politik zu informieren, die ja eigentlich nichts mit uns zu tun hat, weil:

brennertafel_neu_01

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