la loca de los viajes
Der Abend hatte den Anschein, er würde so unterhaltsam enden, wie er angefangen hat. Nun stehe ich hier und lausche fasziniert den Ausführungen meiner neuen Bekannten, die gerade von jemandem schwadroniert, der mich gerade etwas verwirrt. Die Unterhaltung wechselt vom Kuriosen ins Amüsante, teilweise ins Lächerliche und dann wieder ins Interessante, um schließlich darin zu münden, dass ich mir – nicht zum ersten Mal – Gedanken mache, was hier eigentlich für ein Stück aufgeführt wird. Ob Tragödie, Komödie… oder wohl doch eher Seifenoper. An meinem gefühlten hundertsten Veneziano nippend, lasse ich meine Gedanken schweifen, ohne sie auch nur einen Wimpernschlag aus den Augen zu verlieren.
Hinter meinen Augen herrscht Dunkelheit. Und es drängt sich mir immer und immer wieder der selbe Gedanke auf. Ist nicht auszurotten, obwohl ich es immer wieder versucht habe. Egal womit ich ihn beschwere, damit er endlich bis auf tiefsten Grund sinkt und auch dort bleibt, ob mit Lügen, beißenden, schonungslosen Wahrheiten, ob mit Schuldgefühlen, Zorn oder der bleiernen Schwere meiner Hoffnungslosigkeit. Er taucht immer wieder auf.
Ich habe hier nichts verloren.
Verloren. Ich schaukle auf den
Wellen meiner Einsamkeit inmitten lachender Fratzen. Ein Stück Treibholz, unnütz, tot und alt. So alt. Als hätte ich alles schon gesehen, alles schon einmal gehört. Vielleicht hast du recht und es gibt wirklich nichts mehr, was mir etwas anhaben kann. Oder mich auch nur berührt. Vielleicht berührt mich vieles, aber es hat doch keinen Sinn, sich etwas vorzumachen, das ist nur meine Oberfläche.
Oberfläche. Das da, auf meinem glattgeschliffenen Herzen, siehst du das? Das sind die Fingerabdrücke des Letzten, der es in der Hand hatte. Sie sagen: ich wünsche dir viel Glück. Du kannst es brauchen, so wie ich auch. Ich wusste damals nicht, wie recht er haben sollte. Und dass ich irgendwann einsehen würde, dass
was nicht zurückkommt,
nie mein gewesen ist.
[
there's so many different worlds
so many differents suns
and we have just one world
but we live in different ones]
man glaubt es nicht. miss pringle ist schon wieder auf dem sprung. mein vom schlechten gewissen geplagter schatz fährt mich wohin ich will, als geburtstagsgeschenk. und da es sowieso überall pisst, geht's nach amsterdam.
wie heinz p. schon sagte: "im coffeeshop ist es trocken, da regnet es nicht." (oder so)
na denn, bis mittwoch.
bonjour bonjour. braungebrannt und um einen schwimmreifen in der bauchgegend leichter melde ich mich aus dem urlaub zurück. es war eine abwechslungsreiche woche, in jeder hinsicht.
wir waren in nizza, antibes, grasse, nimes, arles, aix-en-provence, marseille, le drammont und cannes, haben hotels aller kategorien (vom stundenhotel bis zu 4 sternen) getestet, waren am strand von nizza und cannes, in provinzstädtchen mit süßen kleinen ramschläden, auf dem konzert von depeche mode im amphitheater von nimes, in der großstadt, in einer einsamen bucht, in abgeschiedenen pinienwäldchen, im marinepark - und natürlich stundenlang im auto.
wir haben uns die meiste zeit totgelacht, uns einmal gezofft, uns verfahren (mutti hats nicht so mit kartenlesen), die französische küche getestet (bäh), parfums geschnuppert und waren ziemlich oft auf der flucht vor lyly, dem kontrollfreak. die hatte unsere zeit einfach schon auf die sekunde verplant und ließ uns gar nicht zu atem kommen, wobei sie mich in grund und boden faselte, meine mutter nicht beachtete und mir genau die dinge zeigte, die mich nun so gar nicht interessieren (läden für schminkzeug und accessoires, schwuldendiskos, irgendwelche kirchen am arsch der welt und die autobahn in marseille).
diese freundschaft hat schon arg gelitten. keine ahnung, warum die gute frau sich in ihrer heimat als derart humorloses, egozentrisches biest zeigt.
aber wir nahmen die dinge gelassen, lachten über die pleiten und pannen und gingen unserer wege. die franzosen sind ein sehr freundliches und durchaus humorvolles völkchen, gute autofahrer, ausgezeichnete gastgeber und einfach locker drauf.
gelernte lektionen: humor ist das wichtigste überhaupt, weder ist die französische küche so gut noch sind die französinnen so chic wie ihr ruf, rockkonzerte helfen gegen tinnitus, urlaub mit mutti ist gar nicht so schlimm und schnecken werden nur im norden frankreichs gegessen.
dann blogg' ich halt mal vor, bin jetzt ja länger nicht mehr online...
auf anfrage von cali hier eine to-do-list für madriz:
- die stadt zu fuß erkunden (genug wasser mitnehmen, sonst bricht der kreislauf zusammen)
- schuhe kaufen in der c/ fuencarral, malasana
- malasanas bars unsicher machen (alle!), vor allem das harpa, den jazz club (keine ahnung mehr wie der heisst), matteo 6 und die spacige bar an der metro bilbao
- tanzen gehen, ein klassiker ist das bash/ohm/weekend metro callao (wechselt ständig den namen, auch je nach wochentag, mein favourite waren die sonntage im weekend, hab' keinen ausgelassen, unbedingt hingehen - plaza del callao 4), ausserdem das cool (war neu, als ich dort war, dürfte sich aber gehalten haben und ist jetzt glaub' ich eine homo-bastion, aber nettes lokal), das coppelia (plaza mostenses 11), das dekonya (nähe pl. de los moros, sehr versteckt, heikle türsteher, dafür trifft man da die prominenz, almodóvar und so - wer auf fussballer steht, hat gute chancen, becks in einem der versnobteren irish pubs zu treffen), dann gibt es da noch das the room (chueca, schwulen- u. transendisco), das da joint (nomen est omen, frag mich nicht wie man da hinkommt) u.v.m.
- ein fußballspiel im estadio santiago bernabéu ansehen
- dort in der nähe, für die, die auf rock stehen: das moby und die winzige bar refugio
- in der fnac stöbern (metro gran via)
- in chueca chupitos trinken gehen
- das kuscheligste kino ist in der nähe der puerta del sol, namen vergessen, klein aber fein
- rumhängen an der plaza de espana
- tapas essen an der plaza mayor (in der seitenstraße gibt's 2 schmuddelige tapasbars mit den besten bocadillos con calamares die man finden kann)
- sangria trinken (o doch! kann man! allerdings nur in einer bar, cueva irgendwas, metro sol)
- in die bar "oso y madrono" gehen, in der das finale von de la iglesias film "la comunidad" stattfindet
- im mcdonald's in der gran via essen (wenn schon fast food, dann stilvoll)
- sightseeing in toledo
- u-bahn fahren (rauchen verboten, aber eh allen wurscht)
- heisser tip für kleine konzerte aufsteigender gruppen: das la riviera
- spazierengehen in der c/ pintor rosales
- auf dem rastro rumstöbern
so, das wäre dann alles, was mir so spontan einfällt. wie man sieht, war mein erasmus-halbjahr ziemlich nightlife-lastig.
die not-to-do-list:
- sich stundenlang im prado die beine in den bauch stehen, besser man arbeitet sich stück für stück durch (nie sonntags, da ist freier eintritt und man steht schon am eingang stundenlang schlange - oder war es montags?)
- durch den retiro latschen/joggen/wasauchimmer - langweilig
- mit irgendwas am körper ausser den nötigsten klamotten an der puerta sol rumstehen/gehen/wasauchimmer, die klauen einem alles, wirklich, ALLES
- autofahren
- ins kapital gehen (kommerzielle kinderdisco)
- botellones auf der straße (leider sind die zeiten vorbei, das gab's damals noch, verdammt schade)
- not-to-drink: café con leche, larios gin
- paella essen (niemals! nirgendwo! ausser jemand lädt einen zu sich nach hause ein und macht sie selbst)
- in chuecas schwulendiscos gehen
oh, und ganz wichtig!!! nie, nie, nie auf die erasmusparty ins palacio gaviria gehen, das ist ein fleischmarkt für notgeile alte säcke!
endlich urlaub. kann mich diesmal nicht richtig darüber freuen, weil es mir eigentlich widerstrebt, im sommer wegzufahren. hatte auch nichts geplant, weil wir bis vor kurzem nicht wussten, wann wir das juze eigentlich schließen. jetzt habe ich also seit samstag frei. und nach einem verschlafenen wochenende mit meinem liebsten bin ich schon wieder im stress. morgen starte ich meinen kurztrip in die provence. und zwar geht es nach nizza, lyly besuchen (meine erasmusfreundin, die im märz kurz hier war). sie wohnt da 20 m vom strand entfernt mit ihrem lover. da werde ich mal ordentlich ausspannen und einfach nichts tun... dann geht's auch schon nach nimes, zum depeche mode konzert (daumen drücken, dass ich noch eine karte ergattere) und nach marseille (wenn ich es schaffe und nicht vorzeitig zurück muss). dann habe ich noch eine woche frei, und danach gehe ich meinen ersten dolmetschjob an... *zitter*. also, au revoir, meine lieben.