Sonntag, 14. Juni 2009

Vom Fettnäpfchen zum Giftzwerg

Leicht angesäuert vom ewigen Hickhack zwischen Miss V und ihrem Lover verlasse ich die eigentlich ganz geile Fete und fahre nach Pringletown zurück, um in der Stammbar noch eine Cola zu trinken. Fettnäpfchen steht mal wieder vor der Tür wie bestellt und nicht abgeholt. Ich beschließe ihn abzuholen.

Er mustert mich, zunächst freudig überrascht.
"Hey, wo kommst du denn her?"
"Von der Dingsfete da."
"SAG MAL SPINNST DU? Da waren doch nur Schickimickis!"
"Stimmt schon, aber na ja, es war recht nett."
"Recht nett? Du musst in die Blahblah-Bar gehen, da ist es super, geile Musik und normale Leute, nicht diese hochnäsigen arroganten Yuppies, aber ich seh' schon, die scheinen dir zu gefallen!!!"
"Äh..."
"Und ÜBERHAUPT, wieso trinkst du heute nur Cola?"
"Weil ich gestern zu viel Bier hatte?"
"Hattest du?"
"Äh..."
"Oh ja, ich erinnere mich. DU HATTEST."
Hmpf.
"Wasn mit der Kamera? SCHLEPPST DU DIE JETZT IMMER MIT DIR RUM ODER WAS???"
"Na ja, ich mach halt gerne spontan Fotos, und wenn ich was Interessantes sehe, möchte ich mich nicht ärgern müssen, dass ich sie nicht dabei habe."
"Verstehe. Du bist ja komisch."

Ich hole tief Luft.

"Sag mal, hab ich dir heute was getan, oder giftest du mich grundlos so an?"
"JETZT SEI BLOSS NICHT GLEICH BELEIDIGT!!! DAS MAG ICH NÄMLICH ÜBERHAUPT NICHT!!!"

Er verschwindet, nicht ohne mich vorher zur Schnecke zu machen, weil ER sich grußlos zum Gehen gewandt hat, und ich trinke achselzuckend meine Cola aus. Miss S steht hinterm Tresen und schaut mich fragend an. Kommt schließlich näher und meint:

"Du, wie ist der denn heute drauf? Vorher hat er mich eine halbe Stunde lang zugetextet und ich weiß nicht, liegt es an mir oder an ihm, ich habe kein Wort verstanden."

Samstag, 13. Juni 2009

Noch ein Spielchen?

Nach 2 Stunden Geschufte in der Bar eines Geburtstag feiernden Freundes, wofür ich mir den Lohn direkt in Form von Bier auszahlen ließ, hat mir das noch gefehlt. Ich sitze ziemlich angeschickert und äußerst mies gelaunt vor der Bar und sichte das Fettnäpfchen auf 3 Uhr. Seine Begrüßung beschränkt sich auf ein linkisches Grinsen, und weil er sich nicht einmal zu mir her bequemt, beschließe ich den Abend vorzeitig zu beenden, packe mein Fahrrad zusammen und mache mich auf die Socken.

Da stellt er sich mir in den Weg.
"Wo willst du hin?"
Ich blinzle ihn an. Nach Hause.
"Jetzt schon? Ach, komm, jetzt gehen wir noch was trinken."
Gespielt unschlüssig bleibe ich stehen und lasse mich in ein Gespräch verwickeln, das so lange dauert, bis alle außer uns gegangen sind. Na gut, ein Bier noch. In der Absturzbar trinken wir noch was und halten - ganz kurz nur - wieder mal Händchen.

Schließlich meint er: "Gehen wir? Ich begleite dich."
Ich nicke, und wir schwingen uns auf die Drahtesel, um uns auf dem Heimweg ein wildes Wettrennen zu liefern. Ich muss wieder lachen und mache mir Sorgen darüber, wie sehr dieser Kerl es schafft, meine Stimmung zu beeinflussen. Meist unfreiwillig, manchmal absichtlich spielt er auf der Klaviatur meiner Launen und erwischt mal die schwarzen, mal die weißen Tasten.

Vor der Haustür angekommen, bemerkt er meinen fragenden Blick (verdammter Alkohol, doch nicht so forsch!) und meint leise:
"Lassen wir es langsam angehen, ja?"
Ich lache und nicke.
Er drückt mir einen Kuss auf die Stirn und sagt: "Ich habe nicht mal deine Telefonnummer."
"Du hast mich auch nie danach gefragt."
Er lacht, steigt auf und fährt davon.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Ins Netz gegangen.

Unter halb geschlossenen Augenlidern schaut er mich erwartungsvoll an.

"Erzähl mir von dir."
"Was willst du hören?"
"Wie war deine letzte Beziehung? Also deine letzter richtiger Freund, mit dem du länger zusammen warst?"
"Uhm. Schön. Die große Liebe."
"Große Liebe, soso..."
"Ja, meine Theorie ist die, dass die letzte wichtige Beziehung immer auch die große Liebe ist, weil man sich ja von Partner zu Partner steigern sollte. Ich kann ja schlecht eine Beziehung beenden, um dann mit einem schlimmeren Typen zu gehen."
"Optimistin."
"Ja, du nicht?"

"Ich weiß nicht so recht. Mir tut es nicht leid, dass ich meine Beziehung beendet habe. Aber manchmal fehlt sie mir. Man erinnert sich ja nur an die guten Dinge."

Ich zögere mit meiner Antwort.

"Das Problem von euch Männern ist, dass ihr länger braucht, um euch zu verlieben, aber auch länger, um von einer Frau loszukommen."
"Da hast du vollkommen recht."

"Warum hast du sie verlassen?"
"Weil ich den Alltag mit ihr nicht mehr ausgehalten habe. Die Selbstverständlichkeit, der Mangel an Wertschätzung und bisweilen auch an Respekt. Sie war nicht sehr gut im Geben, weißt du?"
"Was vermisst du?"
"Den Seelenfrieden. Die Ruhe. Ich war viel weniger nervös und aufgekratzt, als ich mit ihr zusammen war."

Er legt seinen Kopf an meine Schulter. Ich streiche ihm durch die Haare.

"Wie fühlst du dich jetzt?"

Er lächelt mit geschlossenen Augen.

"Ruhig."

Montag, 8. Juni 2009

Die Arbeit hat mich wieder.

Über 10 Stunden auf der Arbeit verbracht. Um halb 7 das SMS von Black Mamba. Ob ich in die Stadt komme. Der süße Typ, der mir ständig diese ganzen Fettnäpfchen in den Weg legt, ist auch da.

Ich betrachte mein fertiges Gesicht im Spiegel der Bürotoilette. Och, nö. Keine Lust.

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