An und für sich ersteres. Miss Pringle zieht sich am Ferragosto-Wochenende zurück, an einen Ort, wo es außer ein paar Kühen nichts gibt. Keine Menschenseele. Naja wenn man G nicht zählt, der vielleicht ein Mensch ist, aber definitiv seine Seele schon vor einiger Zeit dem Teufel verkauft hat. Und so grüble ich vor mich hin, werde es aber schließlich doch wagen, vielleicht wird's ja ganz nett.
Seit Februar hatte ich ihn nicht mehr gesehen, den Meister. Seit wir beschlossen hatten, dass wir wohl doch kein so gutes Paar abgeben und uns unaufgeregt und in aller, hm, Freundschaft? Gleichgültigkei? egal, trennten. Ich, um einmal mit mir selber klar zu kommen, er, um eine Beziehung (!) mit seiner Kellnerkollegin einzugehen. Anscheinend hat er seinen Deckel gefunden, als ich ihn neulich zum ersten Mal wiedertraf, schien er ganz zufrieden. Meine Frage, ob er denn in Urlaub fahre, bejahte er. Wohin? Zuerst seinen Bruder besuchen, und dann in die wunderschöne Slowakei, die Heimat seiner Freundin.
Ich schäme mich meiner Vorurteile ebensowenig wie meiner Schadenfreude, da könnt ihr Kopfstehen. Ja, vielleicht ist sie wirklich in ihn verliebt. Man soll ja nicht immer gleich so schlecht von den Menschen denken.
Trotzdem Tränen gelacht.
...warum nicht Anderen ein bisschen unter die Arme greifen? Eine geschlagene halbe Stunde mit dem Typen von Miss T telefoniert, der sich läppische 300 km entfernt aufhält und vor Eifersucht und Misstrauen vergeht, ihn besänftigt, sie beruhigt, mir ewig lange verliebte Lobeshymnen von beiden Seiten angehört und dankbare Seufzer geerntet.
Na, dann.
Seit dem Reinfall mit dem Fettnäpfchen, das mich wiederholt an der Nase rumgeführt hat, bin ich - ohne es richtig zu merken - etwas vorsichtiger mit meinen teeniehaften Gefühlswallungen geworden. Ist ja schon etwas beschissen, wenn einem dieser Typ das Gefühl gibt, ernsthaft interessiert zu sein und man schließlich merkt, dass er nur mal zur Abwechslung eine mit kurzen Haaren/Tattoo/Hirn flachlegen wollte.
Blöd nur, wenn man dann den nächsten Typen, den man eigentlich so richtig gut findet, vor den Kopf stößt, indem man einen auf coole Sau macht, dieselbe so richtig rauslässt, ihn trotzdem - weil stockbesoffen - mit nach Hause nimmt, nur um ihn übelst zu beschimpfen und nicht einmal auf die Idee kommt, dass er ernsthaft Interesse an einem haben könnte.