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papiroflexia

Dienstag, 15. Dezember 2009

Es menschelt. Muss wohl Weihnachten sein.

Der Big Boss verlässt die Firma und übergibt die Geschäfte den drei Jungs (auch "Hydra" genannt). Nicht, ohne mich vorher auf einen Kaffee einzuladen und mir für meinen Einsatz und die persönliche und berufliche Inspiration zu danken.

Der weise Ratschlag, nicht so zu enden wie er, gibt mir zu denken. Laufe ich Gefahr, irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen, will heißen, das wahre Leben vor lauter Ehrgeiz zu versäumen? Depressionen zu kriegen, die in ein Burn-out-Syndrom münden?

Lachend beruhige ich ihn und mich selbst, gebe ihm meinerseits die Erkenntnis mit auf den Weg, dass Freiheit nichts ist, vor dem man Angst haben muss, und kehre nachdenklich gestimmt an meinen Schreibtisch zurück.

Freiheit ist im Kopf, sagt mein Chef. Die Kunst ist nur, den Kopf nicht zu verlieren.

Mittwoch, 11. November 2009

4 days to go

Hund: immer noch tot, Freunde: dünn gesät aber präsent und eine große Hilfe, Konto: aufgefüllt, Freund: wieder da (vorerst).

Keine Freudensprünge, aber die stille Hoffnung: alles wird gut.

Und sehr, sehr vorsichtige Manöver auf dünnem Eis.

Samstag, 7. November 2009

Glück im Unglück

...wenn man Freundinnen hat, denen es noch beschissener geht als einem selbst, und somit alle Hände voll zu tun, sie aufzumuntern. So habe ich gar keine Zeit, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, ob ich das Richtige getan habe.

Ach und Cali: wir haben nach dem gestrigen Abend mit deinem Bardolino auf uns angestoßen. Gar nicht mal so übel, auch um 4 Uhr morgens nach 10 Vodka-Redbull und einem halben Kilo Pasta :)

Ach und: nachdem ich heute erst um halb 5 aufgestanden bin *freu*, habe ich die Wohnung geputzt und eine Übersetzung erledigt, um den finanziellen Schaden, der mir duch die ganze G-schichte entstanden ist, in Grenzen zu halten. Morgen ist Zahltag, juchu.

Und ja, ich freue mich auf Kuba. 2 Dinge hat die reisende Miss Pringle gelernt: es ist mir nicht bestimmt, London in diesem Leben zu sehen. Und ich werde in Lateinamerika immer alleine unterwegs sein.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Carpe diem my ass

Ich atme tief ein und wiederhole mein Mantra, bis sich meine Gesichtszüge entspannen und ein Lächeln um meine Mundwinkel spielt.

Hugh Jackman, Hugh Jackman, Hugh Jackman...

Aaah.

Es ist doch so. Ich kann ihn nicht ändern, und ich will es auch nicht. (Ich würde nur gern können, wenn ich denn wollte.)

Also nehme ich die Situation an, wie sie nun mal ist. Natürlich, ohne mich ausnutzen zu lassen. Aber davor habe ich eh keine Angst. Angst habe ich davor, mir mit meiner eigenen Konsequenz (und, ja, ich sag's ja schon, Bindungsangst) ins Bein zu schießen.

Freitag, 9. Oktober 2009

Also, nix gegen den Obama...

...aber hey, ihm einfach so den Friedensnobelpreis verleihen?



Wie Kolumnist Gideon Rachman (Financial Times) in seinem Blog schrieb, "was hat Obama getan, um den Friedensnobelpreis zu gewinnen? [...] Während es okay ist, Schulkindern Preise für ihren 'Einsatz' zu verleihen - meine Kids kommen die ganze Zeit mit sowas nach Hause - sollten bei einem internationalen Staatsmann meiner Meinung nach höhere Standards angelegt werden."

Word.

Freitag, 25. September 2009

Sunlight, sunlight fills my room. It's sharp and it's clear, but nothing at all like the moon.

Von Natur aus mit einem eher sonnigem Gemüt ausgestattet, wundert mich immer wieder, was für ein Bild sich die Mister Menschen von mir machen. So zum Beispiel Mister M, der sich irgendwann ein Zeitungsbildchen mit einer Frau im Mond übers Bett heftete, weil es ihn "an mich erinnerte, so melancholisch und geheimnisvoll". Auch von 2 anderen Ex-Mistern kamen ähnliche Vergleiche, so dass ich mir fast schon Sorgen machte um meinen Teint und meine blasse Ausstrahlung.

Und jetzt Mister G: "Du hast Mondaugen."
"Was zum Geier soll das sein, Mondaugen?"
"Ich weiß nicht, ist mir grade so eingefallen. Keine Ahnung, warum."

Und dann stieß ich auf das hier: "Die besondere Liebe des Pan galt der Mondgöttin Selene".

So romantisch, dass es fast schon kitschig ist.

SciFi-Fantasy-Pan_And_Selene-panandseleneoptimizedji0-jpg-rZd-507361

Montag, 7. September 2009

Stadtpflanze goes Hiatamadl

Habe um Mitternacht unser kleines Paradies verlassen und mich in der klaren, kalten (um die 0 Grad) Vollmondnacht mutterseelenallein auf den Heimweg gemacht. Laut singend, um meine Angst vor irgendwelchen herumgurkenden Bären (schlafen die eigentlich nachts? muss ich mal googeln) zu überspielen. Und bin fast in eine riesige Kuh gerannt, die doof muhend vor dem Zaun stand, über den ich klettern musste. Irgendwie hab ich immer noch einen Scheißrespekt vor diesen Mistviechern.

Die Stadt hat mich wieder. Und je mehr Zeit ich oberhalb der Waldgrenze verbringe, umso unzufriedener werde ich mit dem hektischen Leben im Tal.

Dienstag, 18. August 2009

Punto di vista

Auf Muttis Wunschliste ganz oben: ein Mann für mich. Gerne älter und reifer, gutaussehend, erfahren, humorvoll, nicht ganz mittellos und intelligent.

Auf meiner Wunschliste ganz oben: ein Leben voller Leidenschaft. Mit einem (?) Menschen an meiner Seite, der mich auch ohne Worte versteht, meine Schwachstellen akzeptiert, intellektuell mit mir mithalten kann und mich jeden Tag aufs Neue überrascht.

Donnerstag, 13. August 2009

Gute Idee oder Vom Regen in die Traufe?

An und für sich ersteres. Miss Pringle zieht sich am Ferragosto-Wochenende zurück, an einen Ort, wo es außer ein paar Kühen nichts gibt. Keine Menschenseele. Naja wenn man G nicht zählt, der vielleicht ein Mensch ist, aber definitiv seine Seele schon vor einiger Zeit dem Teufel verkauft hat. Und so grüble ich vor mich hin, werde es aber schließlich doch wagen, vielleicht wird's ja ganz nett.

Sonntag, 14. Juni 2009

Vom Fettnäpfchen zum Giftzwerg

Leicht angesäuert vom ewigen Hickhack zwischen Miss V und ihrem Lover verlasse ich die eigentlich ganz geile Fete und fahre nach Pringletown zurück, um in der Stammbar noch eine Cola zu trinken. Fettnäpfchen steht mal wieder vor der Tür wie bestellt und nicht abgeholt. Ich beschließe ihn abzuholen.

Er mustert mich, zunächst freudig überrascht.
"Hey, wo kommst du denn her?"
"Von der Dingsfete da."
"SAG MAL SPINNST DU? Da waren doch nur Schickimickis!"
"Stimmt schon, aber na ja, es war recht nett."
"Recht nett? Du musst in die Blahblah-Bar gehen, da ist es super, geile Musik und normale Leute, nicht diese hochnäsigen arroganten Yuppies, aber ich seh' schon, die scheinen dir zu gefallen!!!"
"Äh..."
"Und ÜBERHAUPT, wieso trinkst du heute nur Cola?"
"Weil ich gestern zu viel Bier hatte?"
"Hattest du?"
"Äh..."
"Oh ja, ich erinnere mich. DU HATTEST."
Hmpf.
"Wasn mit der Kamera? SCHLEPPST DU DIE JETZT IMMER MIT DIR RUM ODER WAS???"
"Na ja, ich mach halt gerne spontan Fotos, und wenn ich was Interessantes sehe, möchte ich mich nicht ärgern müssen, dass ich sie nicht dabei habe."
"Verstehe. Du bist ja komisch."

Ich hole tief Luft.

"Sag mal, hab ich dir heute was getan, oder giftest du mich grundlos so an?"
"JETZT SEI BLOSS NICHT GLEICH BELEIDIGT!!! DAS MAG ICH NÄMLICH ÜBERHAUPT NICHT!!!"

Er verschwindet, nicht ohne mich vorher zur Schnecke zu machen, weil ER sich grußlos zum Gehen gewandt hat, und ich trinke achselzuckend meine Cola aus. Miss S steht hinterm Tresen und schaut mich fragend an. Kommt schließlich näher und meint:

"Du, wie ist der denn heute drauf? Vorher hat er mich eine halbe Stunde lang zugetextet und ich weiß nicht, liegt es an mir oder an ihm, ich habe kein Wort verstanden."

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