Dienstag, 4. Januar 2011

Was kann ich für dich tun?

Soziale Kompetenz ist das eine, den seelischen Mülleimer spielen etwas anderes. Über ungesundes Mitgefühl.

Mein Handy klingelt. Ich stöhne innerlich auf, lasse mir aber nichts anmerken. Es wäre schön, wieder mal zu denken: „Oh, mein Handy klingelt. Jemand möchte sich nach meinem Befinden erkundigen.“ Aber das denke ich schon lange nicht mehr. Die letzten Anrufe waren von:

Miss C, die ihre Sportsucht und Essstörung mit Saufgelagen und hyperaktivem Gossip bekämpft, immer nur auf das Schlimmste gefasst ist und daher neulich prompt von einem Hund gebissen wurde,
Mister M, der sich alle fünf Minuten neu verliebt, meine Ratschläge, nicht so zwanghaft auf der Suche zu sein, ignoriert, und nur fragen wollte, ob ich Lust hatte, als Abspüler zu arbeiten, weil sein Kollege ausgefallen ist,
Miss V, die nach zwei Monaten schmerzhaftem Abnabelungsprozess wieder freudig mit ihrem Ex um die Häuser zieht, der sie betrügt, schlägt und ganz allgemein nicht der netteste Mensch ist.

Nun möchte man denken: „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.“ Falsch. Denn die gibt es ja auch noch. Da wären Miss E, die eine Schmutzkampagne gegen mich durchzieht, weil ich sie als Lästermaul geoutet habe, und mein Ex-Mister Pringle, der überhaupt nicht erst anruft, sondern mich in seinem Schweigen und seiner Tatenlosigkeit zu ertränken versucht.

Wenigstens habe ich meine Arbeit. Ha. Der war gut. Ein schmieriger Typ bombardiert mich mit Anrufen, weil er eine tolle Geschäftsidee hat, für die ich genau die Richtige bin. Leider kam es bisher zu keinem Treffen, weil ihn sein kleines Alkoholproblem daran gehindert hat. Beim letzten Vorstellungsgespräch wurde ich nach meiner Abiturnote gefragt. Miss R wollte mich als Tippse missbrauchen. Und seit Wochen hagelt es nur mehr Absagen, wenn es um die letzten Geschichten für mein Buch geht.

Ich weiß, ich sollte das Telefon ausschalten und mich irgendwo verbarrikadieren, bis es mir besser geht und ich das Unglück nicht mehr anziehe. Ist halt auch nicht so einfach als Freiberuflerin und – ich gebe es ja zu – in ihren Gefühlen verletzte Sitzengelassene mit angeblich zu dickem Hinterteil.

Neulich rief der Meister an:

„Ich wollte nur mal fragen, wie es dir so geht.“

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